Der Sandmann ist da – Früh am Abend – Der Mond, der scheint
Weißt du, wie viel Sternlein stehen – Mondnacht – Salamanda Mondlicht – Leilala – O du stille Zeit – Es fällt der kleine Tau
Müde bin ich, geh zur Ruh – Ein Stern – Der Mond ist aufgegangen Abend wird es wieder – Nun ruhen alle Wälder – Abendstille
Die Blümelein, sie schlafen – Wer hat die schönsten Schäfchen Kleines Schiffchen – Bajuschki – Hei, kleines Baby
Schlaf, Kindlein, schlaf – Kindlein, mein – Schlaf, Kindelein, süße
Tonaufnahmen (Multitrack): April-Juni 2006 in Deinstedt Arrangements, Gesang und Gitarre: Jutta Riedel-Henck
Singen tut gut. Der Klang einer vertrauten Melodie wirkt wie ein richtungweisender
Faden im Chaos des Alltags. Durch die eigene Stimme schwingt ein unsichtbarer Schimmer seelischer Bewegung. Ob rau, schief oder kratzig gehaucht: In jeder Stimme kommt ein Teil innerer Wahrheit zum Ausdruck.
Natürliches Singen ist aus unserem Alltag fast verschwunden. Stattdessen lauschen wir den unzähligen Aufnahmen »professioneller« Musiker/innen, deren
technisch perfekt vermittelte Darbietung dem »Normalsterblichen« unerreichbar scheint. Doch gibt es nichts, was das Baby- und Kinderherz tiefer berührt als der
ungekünstelte Gesang von Mama, Papa, Bruder, Schwester und anderen ihm nahe stehenden Menschen.
Besonders anspruchsvolle Babys zeigen sich unbeeindruckt vom Spiel synthetischer oder mechanischer Musikerzeuger. Zu Recht versagen sie den
»Robotermüttern« ihre Aufmerksamkeit, verlangen sie nach einem Beweis für die Anwesenheit einer lebendigen Person. Neugierig erfasst das lernhungrige kleine
Wesen jede Nuance im Klang der (elterlichen) Stimme, sucht es nach Bestätigung für das eigene Dasein durch die fließende Kommunikation mit dem Du, seiner Umwelt.
Als Anregung zum Mit- und Selbersingen wurde die vorliegende CD mit einem Minimum an technischen Mitteln produziert. Eine Konzertgitarre von Hand gezupft,
die Lieder unverfremdet, klar und verständlich gesungen, teilweise mehrstimmig, aber sparsam arrangiert, hat die Interpretin ihr Schlafzimmer mit Hilfe des Computers in ein Aufnahmestudio verwandelt.
Von anregend schnell über rhythmisch vielfältig bis ruhig getragen reicht das Programm mit insgesamt 24 Schlafliedern, in dem Klassiker wie »Schlaf, Kindlein,
schlaf«, »Weißt du, wie viel Sternlein stehen«, »Der Mond ist aufgegangen« und »Müde bin ich, geh zur Ruh« ebenso wenig fehlen wie unbekannte oder neue
Vertonungen zur Bereicherung des traditionellen Liedrepertoires.
Für den persönlichen Gebrauch steht ein kostenloses 28-seitiges PDF-Dokument im DIN-A4-Format mit allen Liedertexten inklusive Gitarrenakkorden im Internet als
Download bereit, übersichtlich gestaltet zum Ausdrucken und Kopieren für nichtkommerzielle Zwecke. Neben diesem frei zugänglichen Angebot finden
Interessierte und Ratsuchende weiterführende Texte und Informationen zur beruhigenden Wirkung von Musik, Geräuschen und Klängen im Umgang mit übermäßig schreienden Babys auf der Website des interaktiven Netzwerkes
Schreibabys www.trostreich.de.
Film mit »Schlaf, Kindelein, süße«
(stark verminderte Qualität durch Konvertierung)
Rezensionen, Kommentare
Die »alten und neuen Schlaflieder« sind eine sehr sympathische und bewundernswerte Einspielung von vertrauten Liedern und von geschmackvollen
Neuschöpfungen, die in der Auswahl wundervoll zusammenpassen und einander bruchlos ergänzen. Alles klingt so schlicht und liebenswürdig, überraschend das
ziemlich flüssige Tempo, in dem die Lieder mit der sanft-mütterlichen Stimme von Jutta Riedel-Henck ein- und mehrstimmig in sauberer Intonation sowie mit
einfühlsamer Gitarrenbegleitung vorgetragen werden, und das alles von einer einzigen Künstlerin. Bemerkenswert sind auch die hinzukomponierten Vor-,
Zwischen- und Nachspiele, die ganz aus dem Stil der Lieder geboren sind und die Melodie in ihrer Stimmung ergänzen und weitertragen. In der heutigen so unruhigen
Zeit ist diese CD zum Tagesabschluss ein wunderbarer Kontrapunkt zur täglichen Hektik.
In diesem Liederzyklus erzählt Jutta Riedel-Henck spielend, singend und lesend von eigenen Erfahrungen im Umgang mit Haustieren, Goldhamstern,
Zwergkaninchen, Mäusen, Schmetterlingen, Vögeln, Katzen und Mücken.
Die Original-Aufnahmen der einzelnen Lieder im DAT-Verfahren sind »ungeschnitten«, auf eine technische Nachbearbeitung wurde bewusst verzichtet,
um die Natürlichkeit und Authentizität des musikalischen Ausdrucks zu bewahren.
Alle Babys schreien, doch manche schreien mehr als andere und lassen sich nur
schwer beruhigen, obwohl die Eltern alles Erdenkliche unternommen haben, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn der Kinderarzt nach gründlicher
Untersuchung Krankheiten und organische Ursachen ausgeschlossen hat und das Baby seinem Alter gemäß gedeiht, werden vereinzelt noch immer Diagnosen wie
Blähungen bzw. »Dreimonatskoliken« gestellt als Ursache für untröstliches Schreien, das phasenweise stundenlang anzuhalten scheint und besonders in den Abendstunden seinen Höhepunkt findet.
Auch das Ein- und Durchschlafen gelingt oft nur mit Hilfe aufwändiger Maßnahmen
durch die Eltern, die mit ihrem Baby durch die Wohnung laufen, es im Kinderwagen über holprige Schotterwege schieben oder gar auf eine Waschmaschine stellen,
während der Schleudergang beruhigende Vibrationen erzeugt. Blähungen sind jedoch seltener als angenommen verantwortlich für dieses alarmierende Schreien, welches die gesamte Familie in katastrophale
Stresssituationen manövriert bis an die Grenzen totaler Erschöpfung mit der Gefahr, sich selbst oder dem Kind Gewalt anzutun.
In der Säuglingsforschung wurde der Begriff »Regulationsstörungen der frühen
Kindheit« eingeführt. Im Umlauf sind auch Bezeichnungen wie »24-Stunden-Baby«, »Baby mit starken Bedürfnissen« oder »Schreibaby«.
Unruhige Babys, die viel schreien, schlecht schlafen und in den Wachphasen zu verstärktem Quengeln und motorischer »Zappeligkeit« neigen, wirken extrem
reizoffen und können kaum abschalten, wenn sie müde sind. Statt z. B. den Blick abzuwenden, sich gähnend zurückzuziehen und die Augenlider zu schließen,
bleiben ihre Sinne nach außen gerichtet, als verlangten sie nach mehr Unterhaltung und weiterer Reizzufuhr. Die Eltern haben es schwer, ihr Verhalten richtig zu deuten und angemessen darauf zu reagieren.
Autorin, Sprecherin, Gesang und Gitarre: Jutta Riedel-Henck
Das Erste-Hilfe-Hörbuch bietet einen umfassenden Einblick in die
Problematik des übermäßig schreienden Säuglings unter Berücksichtigung des Zeitmangels betroffener Familien. Traditionelle Schlaflieder wurden ebenso in diese Produktion für die Ohren integriert wie Klänge und Geräuschkulissen.
Jutta Riedel-Henck, Mutter eines ehemaligen »Schreibabys«, geboren am
22.7.1961 in Aachen, Studium der Musikwissenschaft und Pädagogik in Hamburg, Autorin, Verlegerin, Musikerin, Dozentin in der Kinder- und
Erwachsenenbildung, Initiatorin von »Trostreich«, dem »Interaktiven Netzwerk Schreibabys«, Kinderliedermacherin und Lebensforscherin ohne Schubladenmentalität.
Die Ziegenhainer Klangparade entstand als vierhändige Klavierimprovisation
am Abend des 31. Januar 1992 in der Evangelischen Stadtkirche im nordhessischen Schwalmstadt-Ziegenhain. Die im siebzehnten Jahrhundert erbaute
Kirche liegt im historischen Ortskern, umschlossen vom Wallgraben der ehemaligen Wasserfestung, und hier wiederum am einstigen Paradeplatz, der
heute noch diesen Namen trägt. Der Kirchenraum zeichnet sich durch einen angenehmen Nachhall aus, der bei der Wiedergabe von Musik die Klänge stützt
und Einzelheiten auch in raschen Tempi noch ihre erwünschte Klarheit lässt. Hier hatte ich in den vorausgegangenen Tagen John Cages Music for Piano 1–84 für
eine Schallplatte produziert, und am selben Ort führte ich einen Tag später in einem öffentlichen Konzert die Música Callada, die »schweigende Musik« des Spaniers
Federico Mompou auf. Die Möglichkeit zu einer gemeinsamen Improvisation und ihrer Aufzeichnung auf einem Tonträger ergab sich aus diesem Rahmen und war in
den verbindlichen Terminablauf von Plattenproduktion und Konzert nicht eingeplant gewesen.
Es hatte somit keiner besonderen Vorbereitungen bedurft, und keine Verabredung
hatte stattgefunden, wie lange musiziert werden sollte, wie viele Sätze entstehen könnten oder welches musikalische Material zu verwenden wäre – all dies wurde
bewusst dem Augenblick, dem ganz gegenwärtigen Hören und Empfinden anheim gestellt. Waren wir auch nicht unerfahren im gemeinsamen Zusammenspiel, so war
doch weder geübt noch geprobt worden, und die einzige im Voraus getroffene Übereinkunft hatte in der Entscheidung bestanden, wer im Bass spielt und wer das
rechte Pedal übernimmt. Ob sich die gleichsam beiläufig entstehende Tonaufnahme, die zunächst lediglich dokumentarischen Charakter besitzen sollte, zu einer
Veröffentlichung eigne, stand damals nicht zur Diskussion.